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BMW i3 Concept: Leichter-weiter

| 5. Oktober 2011 | 0 Kommentare
BMW Logo„Zum zweiten Mal nach 2009 füllt BMW die komplette neue Halle 11 aus und nutzt den großen Auftritt für die Vorstellung seiner Elektrostrategie. Die beiden Konzeptfahrzeuge i3 (Flickr it!) und i8 (Flickr it!) läuten 2013 bei den Münchnern das Zeitalter der Elektromobilität ein und setzen dabei vor allem im Hinblick auf den Karosseriebau neue Maßstäbe. Um das Mehrgewicht durch den elektrischen Antriebsstrang zu kompensieren, ist BMW im großen Stil in die Fertigung von Karosserien aus kohlefaserverstärktem Kunststoff eingestiegen. Der i3 soll als rein elektrisch betriebenes Fahrzeug rund 160 Kilometer pro Akkuladung schaffen, optional gibt es einen kleinen Verbrennungsmotor als Range Extender. Als Plug-in-Hybrid ist der i8 konzipiert, mit dem BMW zugleich in die Klasse der Sportwagen zurückkehren wird. Die Antriebsarbeit teilen sich der modifizierte E-Antrieb aus dem i3 und ein schmaler Dreizylinder-Benziner; dieses Duo soll zusammen mehr als 350 PS entwickeln und den Verbrauch auf 2,7 Liter je 100 Kilometer begrenzen.

BMW i Concept
Mobiität unter dem „i“

Wie sieht der Straßenverkehr von morgen aus? Fahren wir überhaupt noch selbst? Und wenn ja, mit welchen Fahrzeug- und Antriebskonzepten? Und wie steht es um ökologische Aspekte in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche? Antworten darauf gibt die neue Submarke von BMW: BMW i.

Das Kerngeschäft von BMW ist bis jetzt die Entwicklung und der Bau von Fahrzeugen. Noch, möchte man fast behaupten. Klimawandel, Ressourcenverknappung und Urbanisierung verlangen sowohl von Automobilherstellern als auch von Kunden ein Umdenken. Gefragt sind neue Ansätze, um eine Balance zwischen globalen Anforderungen und individuellen aber auch nachhaltigen Mobilitätsbedürfnissen zu erreichen. Ideen dazu werden nur in der Submarke BMW i gesammelt, gebündelt und in die Tat umgesetzt.

Dazu zählt zum Beispiel die Elektromobilität. Schon seit längerem beschäftigt man sich in München mit rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Die Erkenntnisse, die man bei umfangreichen Feldversuchen mit 600 Mini E in Europa und den USA gemacht hat, sind in den i3 und i8 Concept eingeflossen. Ersterer beschreibt eine rein elektrische Antriebsvariante für die Bedürfnisse von Großstadtbewohnern, der andere richtet sich als Sportwagen mit Plug-in-Hybridsystem an die leistungshungrige Kundschaft mit Ökobewusstsein.

Zugegeben: Diese Blech – pardon – Carbonfaser gewordenen Umsetzungen moderner Elektromobilität sind optisch und technisch die spektakulärsten Vertreter von BMW i. Doch die neue Marke nur auf diese zwei Fahrzeuge zu beschränken, ist eindeutig zu kurz gedacht.

BMW born i

BMW i will auch für ein neues Verständnis von Mobilität stehen. Darunter subsummieren die Münchner umfassende und maßgeschneiderte Dienstleistungen und zwar auch für Nutzer, die kein eigenes Fahrzeug besitzen. Im Fokus stehen dabei Lösungen zur besseren Nutzung von vorhandenen Parkraum, intelligente Navigationssysteme mit ortsabhängigem Informationsangebot, eine sogenannte intermodale Routenplanung sowie das Carsharing „DriveNow“. Verbindendes Ziel aller Maßnahmen ist, den Nutzer schneller, zuverlässiger und komfortabler an seinen Wunschort zu bringen.

So kombiniert die intermodale Routenplanung Angebot und Möglichkeiten der öffentlichen Verkehrsmittel mit dem eigenen Fahrzeug, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Das Navigationssystem schlägt daher zukünftig beispielsweise bei überfüllten oder für den Autovekehr gesperrten Innenstädten oder Verkehrsstörungen auf der geplanten Route den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bzw. die Nutzung von Park & Ride vor.

Steht man doch im Stau, hilft der mitlenkende Stauassistent, ein neuartiges Fahrerassistenzsystem. Dieser entlastet den Fahrer, indem er den gewünschten Abstand zum Vorderfahrzeug einhält. Er regelt im dichten Verkehr auch die Geschwindigkeit selbsttätig bis zum Stillstand – und lenkt das Fahrzeug auch aktiv mit. Durch die Weiterentwicklung der Kameratechnik ist das Fahrzeug in der Lage, anhand der Fahrbahnmarkierungen den Streckenverlauf vorherzusehen und kann so – vorausgesetzt, der Fahrer hat mindestens eine Hand am Lenkrad – bis zu Geschwindigkeiten von 40 km/h den Fahrer bei der Spurhaltung unterstützen.

Bereits verwirklicht ist das Carsharing-Programm DriveNow. Die Kooperation von BMW und Sixt – zunächst in München ist ein stationsunabhängiges Angebot. Das heißt, die Kunden können die Fahrzeuge überall dort anmieten und abstellen, wo es ihnen am besten passt. Sie finden verfügbare Fahrzeuge im Internet, über ein Smartphone-App oder einfach auf der Straße. Die Fahrzeuge können entweder sofort ohne Reservierung genutzt oder über Internet oder die App gebucht werden. DriveNow richtet sich auch an Nicht-BMW-Kunden.

BMW i beteiligt sich zudem an innovativen und vielversprechenden Start-up-Ideen wie die mobile App „MyCityWay“ eines New Yorker Unternehmens. Diese bietet für mehr als 50 Städte in den USA, Kanada, Europa und Asien Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln, verfügbaren Parkplätzen und lokalen Unterhaltungsangeboten an. Weitere Städte werden im Zuge einer globalen Markteinführung folgen. Auf der Internetplattform „ParkatmyHouse“ können Privatpersonen ihre Garagenauffahrt oder ihren privaten Stellplatz teilweise vermieten. Dieses flexible Parkraummanagement macht privaten Parkraum verfügbar und entlastet damit die Parksituation auf den Straßen. Das Finden und Mieten eines nahe gelegenen Parkplatzes gestaltet sich per Internet oder Smartphone-App überaus einfach.

Darüber hinaus macht man sich bei BMW i auch über die Produktionsprozesse Gedanken. Nachhaltigkeit wird hier über die ganze Wertschöpfungskette großgeschrieben und zwar ausgehend vom Einkauf, über die Entwicklung und Produktion bis zum Vertrieb. In Leipzig, der späteren Produktionsstätte der BMW-i-Fahrzeuge, werden gegenüber dem bereits hocheffizienten BMW-Produktionsverbund noch einmal 70 Prozent an Wasser und 50 Prozent an Energie pro Fahrzeug eingespart. Zudem wird die Produktion der BMW-i-Fahrzeuge zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen versorgt. Eines ist also so sicher wie das „i“ in mobil: Die Ideen für eine zukünftige Mobilität bieten viele intelligente Lösungsansätze.“ ¹

BMW i3 Concept: Leichter-weiter
BMW i8 Concept [2011|Kleinwagen]
Halle 11 / 19.09.2011

BMW i3 Concept
Leichter, weiter

„Mia san mia“ – der Ausspruch des FC Bayern könnte auch für das eigenständige und selbstbewußte Agieren eines anderen Münchner Unternehmens in Sachen Elektromobilität gelten. Gutes Beispiel ist die seriennahe Studie des Kleinwagens i3. Die fällt ganz schön aus dem üblichen Rahmen.

Wobei der Begriff „Rahmen“ nicht ganz korrekt ist, baut der für den Einsatz im urbanen Umfeld ausgelegte Elektroflitzer i3 doch nicht auf einer herkömmlichen selbsttragenden Karosseriestruktur auf. Er besteht vielmehr aus zwei unabhängigen funktionalen Einheiten. Das ist zum einen das sogenannte, überwiegend aus Aluminium gefertigte Drive-Modul. Wie die Bezeichnung schon impliziert, integriert es neben dem Fahrwerk noch Energiespeicher, Antrieb sowie Struktur- und Crashfunktion. Es bildet das stabile Fundament für die andere Einheit, das Life-Modul, das einfach auf die Drive-Zelle aufgesetzt wird. Das Life-Modul ist überwiegend aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) gefertigt.

BMW i3 Concept

Wenn auch die Trennung von Chassis und Karosserie oft ein wenig an die Ursprünge des Automobilbaus erinnert, hat sie jedoch mit Hersteller-Romantik vergangener Tage nichts gemein.

Der Stadtflitzer bietet Platz für bis zu vier Personen und rund 200 Liter Gepäck.

Dahinter steckt vielmehr die Idee, dass es sich hier nicht um Derivate herkömmlicher Fahrzeuge handelt, sondern um eine eigenständige Entwicklung, die für die Elektrifizierung optimiert wurde. Dazu zählt zum Beispiel das Bemühen um Gewichtsreduzierung. Das gelingt beim i3 Concept durch die Verwendung des im Vergleich zu Stahl leichteren – wenn auch teureren – CFK. Das Mehrgewicht des Elektroantriebs konnte so kompensiert werden, mit der Folge, dass das Fahrzeug nur 1.250 Kilogramm auf die Waage bringt. Geringeres Gewicht bedeutet natürlich auch, dass die Reichweite stiegt, ohne dass die Akkuleistung erhöht werden muss.

Apropos Reichweite: BMW verspricht von bis zu 160 Kilometern, die man mit den aufgeladenen Akkus zurücklegen kann. Nach den Erfahrungen, die die Münchener mit Mini-E-Versuchen gemacht haben, waren 90 Prozent der Mobilitätsbedürfnisse der Tester mit einer Reichweite von 120 bis 150 Kilometer abgedeckt. Ein optionaler Range Extender fungiert als „Reservekanister“. Hier übernimmt ein zusätzlicher Verbrennungsmotor die Stromversorgung, wenn die Akkus leer sind und eine Steckdose nicht in Sicht ist – oder die Zeit drängt und eine zuständige Pause nicht in Betracht kommt. Wer dagegen Zeit und Steckdose hat: Innerhalb von sechs Stunden solle die Akkus wieder zu 100 Prozent aufgeladen werden.

Für die Energieversorgung des Antriebs und aller weiteren Fahrzeugfunktionen sorgen speziell entwickelte Lithium-Ionen-Speicherzellen. Diese sind vollständig in den Unterboden integriert und füllen so fahrdynamisch günstig den gesamten mittleren Bereich des Drive-Moduls. Diese Position gewährleistet eine optimale Achslastverteilung und einen niedrigen Schwerpunkt.

Da der E-Antrieb insgesamt deutlich kompakter ist als ein vergleichbarer Verbrenner, können Elektromotor, Getriebestufe und Antriebselektronik auf sehr kleinem Raum über der angetriebenen Hinterachse untergebracht werden. Die E-Maschine leistet 170 PS. Das volle Drehmoment von 250 steht hier, wie für Elektromotoren typisch, bereits ab der ersten Umdrehung zur Verfügung und muss nicht erst wie bei Verbrennungsmotoren über die Motordrehzahl aufgebaut werden. Das sorgt für beeindruckende Fahrwerte. Von 0 auf 60 km/h beschleunigt der BMW i3 Concept in unter vier Sekunden, die 100 km/h sind in unter acht Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 150 km/h abgeregelt. Für BMW-Puristen vielleicht ebenfalls nicht ganz unwichtig: Die Kraftübertragung erfolgt über die Hinterräder.

Aber auch ansonsten will der i3 Concept ein echter BMW sein. Bei der Gestaltung von Exterieur und Interieur wurde großer Wert auf Premiumanmutung gelegt. Das Außendesign besticht neben seiner Carbon-Hülle durch seine Zweifarbigkeit und die gegenläufig ausgeschlagenen Portaltüren. Diese werden aber wohl beim Serienmodell nicht mehr transparent sein.

Der 3,85 Meter lange Stadtflitzer bietet Platz für bis zu vier Personen und ein Kofferraumvolumen von rund 200 Litern. Auf Einzelsitze wurde verzichtet, stattdessen gibt es je eine durchgehende Sitzbank vorne und hinten. So lässt sich leicht die Seite wechseln und falls nötig auf nur einer Seite bequem aussteigen – gerade in engen Parklücken und schwer zugänglichen Parksituationen ein großer Komfortgewinn.

Charakteristisches Element im Innenraum ist die freistehende Lenksäule, alle anderen Elemente gruppieren sich um sie herum. Alle die Fahrt betreffenden Bedienelemente wie Kombiinstrument, Start-Stopp-Schalter und auch der Gangwahlhebel befinden sich auf der Lenksäule. Dadurch kann auf eine Mittelkonsole verzichtet werden, Fahrer und Beifahrer werden nicht voneinander getrennt. Die verwendeten Materialien bestehen zum großen Teil aus Naturfasern oder aus wiederverwendeten Kunststoffen.

Wenn auch der i3 Concept bereits viele seriennahe Ausblicke auf den in zwei Jahren erhältlichen i3 zeigt: Beim Thema Preis halten sich die Münchener noch bedeckt. Die Hightechkarosse dürfte aber kein Schnäppchen werden. Aber „mia san mia“ gilt ja auch – und das durchaus erfolgreich – in pekuniärer Hinsicht.“ ¹

¹ Quelle: IAA Spot – Das offizielle Magazin zur Messe Frankfurt

Weiterführende Links zum i3 Concept:
Autobild.de BMWs Elektro-Zukunft
Autozeitung.de Günstiger als ein Opel Ampera
Auto-motor-und-sport.de Elektro-Mni mit Premium-Anspruch

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